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Verfasst am Montag den 21.12.2009

Geschichte

1867
Am Faschingsdienstag im Jahre 1867 fand laut dem städtischen Museum der erste bekannte “Villacher Fasching” mit einer “gelungenen Corsofahrt” seinen Abschluss. Der Chronist vermerkte ausdrücklich Hunderte maskierte Teilnehmer und die Zufriedenheit der Villacher Kaufmannschaft darüber, dass sie “Geld scheffelte”. Sie pries die Freigiebigkeit der Soldaten des 7. Husarenregiments, das damals in Villach stationiert war.

Schon damals wurde im “Villacher Fasching” die Eisenbahn durch humorvolle Hinweise auf den damals laufenden Bahnbau entsprechend “gewürdigt”.

1908
Nach der Jahrhundertwende war es dann die “Bauerngman Villach”, die seit ihrer Gründung im Jahr 1908 als glanzvolle Faschingsveranstaltung alljährlich den “Villacher Bauernball” durchführte, zu dem Besucher aus allen Landesteilen strömten.

1955
Als in diesem Jahre aus dem Bauernball nach einer Idee von Senator Rudolf Horn der “Villacher Fasching” neuer Zeitrechnung entstand, konnten die damaligen Initiatoren (Bauerngman Villach) kaum vorraussehen, welches gesellschaftliche Ereignis damals im Rahmen des Faschingsgeschehens begründet wurde.

1958
Obgleich im Jahre 1956 wegen der Staatstrauer keine Faschingsveranstaltung stattfand, beteiligten sich bereits in Jahre 1958 über 50 Lokale am närrischen Geschehen unter der Devise “Fasching in ganz Villach”. Auch der “Faschingsumzug” konnte sich sehen lassen, zumal die Villacher Kaufmannschaft in den närrisch geschmückten Geschäftslokalen ihre Kunden maskiert bediente und sich mit ihren Angestellten zum Faschingszug formierte, besonders im Jahre 1960 (“900 Jahre Stadt Villach”).

1961
Angeregt durch die große Faschingsbegeisterung der Villacher Bevölkerung wurde 1961 als kulturelle Ergänzung nach der Idee von Med. Rat Dr. Herbert Hinrichs und DDr. Heinrich Erlach die “Villacher Faschingssitzung” erstmals in der Arbeiterkammer durchgeführt. Es blieb dann Heinz Jochen Rabe vorbehalten, diese Idee mit Feuereifer zu verwirklichen. Ihm gelang es durch seine nimmermüde Arbeit und den Idealismus aller Beteiligten, die Faschingssitzungen aus der Taufe zu heben.

Bei dieser ersten Faschingssitzung im Jahre 1961, welche bereits vom Rundfunk übertragen wurde, war um die Eintrittskarten allerdings noch nicht so ein “G’riss” wie heute: Jeder “Bauer” der Bauerngman Villach mußte zehn Eintrittskarten kaufen und den Weiterverkauf garantieren. Starke Vereinsgruppen, wie der Villacher Turnverein, der kaufmännische Gesangsverein und der Touring-Club, sowie zahlreiche Einzelpersonen stellten die damaligen Akteure.
Der inzwischen gegründete “närrische Ministerrat” führte ein Jahr später bereits fünf Faschingssitzungen mit über 100 Akteuren durch, und die Idee “Fasching in Villach – Villach im Fasching” konnte am Faschingssamstag verwirklicht werden.

1963
Im Jahre 1963 übernahm das Österreichische Fernsehen erstmals Ausschnitte aus einer Faschingssitzung.

1964
Am 12. März 1966 wurde die “Faschingsgilde der Villacher Bauerngman” ein erweiterter Ausschuss der Villach Bauerngman.
Wegen der Olympischen Spiele in Innsbruck konnte keine Fernsehaufzeichnung erfolgen.

1966
Nach dem Beitritt der “Villacher Faschingsgilde” zum “Bund Österreichischer Faschingsgilden” zu Beginn des Jahres 1965 wurde im Jahre 1966 der große österreichische “Verbandstag mit Herz” auf der Ruine Landskron durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war Josef Binder von der Villacher Faschingsgilde der erste Präsident des “Bundes Österreichischer Faschingsgilden”.

Es kann sicherlich als Verdienst der “Villacher Narren” gewertet werden, dass sowohl in Kärnten als auch in anderen Bundesländern zahlreiche Faschingsgilden nach dem Vorbild der Villacher gegründet wurden. Die Villacher verstanden es, einen eigenständigen Fasching zu machen, der zwar für ganz Österreich bestimmt war, jedoch trotz Rundfunk und Fernsehen bis heute das Villacher Lokalkolorit beibehalten hat.

Am 4. Oktober 1966 wurde die Villacher Faschingsgilde aus der Bauerngman Villach herausgelöst und ein selbständiger Verein gegründet.

1972
Über 160 Amateure auf der Bühne, im Saal und hinter der Bühne gestalteten seit dem Jahre 1972 im Villacher Kongresshaus ein Dreieinhalbstundenprogramm. Das Programm hält den Mitmenschen den Spiegel vor, prangert an, will jedoch nicht verletzen. Der Humor führt Regie – mit der Devise des bekannten Prangerredners DDr. Heinrich Erlach (der “Weichensteller”): “Es muss Villachern Freude machen, Villachern Freude zu machen”. Dass die “Villacher Faschingsgilde” auf dem richtigen Weg war, bewiesen die Übertragungen der “Villacher Faschingssitzung” durch den ORF mit den höchsten Einschaltziffern.

1975
Ehrenhafte Anerkennung wurde den “Villacher Narren” im Jahr 1975 durch die Verleihung des “Ettlinger Narrenbrunnenpreises” zuteil. Kein geringerer als Oberstaatsanwalt Dr. Hans Sachs aus Nürnberg hielt die Laudatio, und zahlreiche Spitzenfunktionäre des deutschen Karnevals würdigten die Leistungen Villachs.

1977
In diesem Jahr erfolgte Abspaltung der “Narrentafel” unter Heinz Jochen Rabe von der Villacher Faschingsgilde.

1978
Im Jänner 1978 war Villach-Warmbad Tagungsort der europäischen Faschings- und Karnevalsverbände. Der langjährige gute Kontakt mit Repräsentanten einer großen Anzahl von Karnevalsvereinigungen hat es mit sich gebracht, dass diese unser Land auch als Urlaubsland entdeckt hatten.

Im Jahr 1978 übergab Med. Rat Dr. Herbert Hinrichs sein Amt als Kanzler nach langjähriger, aufopfernder Arbeit an Gernot Bartl und wurde zum Ehrenkanzler der Villacher Faschingsgilde ernannt.

1980
Villach feierte 1980 seinen 25. Fasching. Ein historisches Jahr also – mit einem sehr erfreulichen Aspekt: Heinz Jochen Raabes “Narrentafel” und die Villacher Faschingsgilde fanden wieder zueinander. Drei Jahre der Trennung waren vorbei. Die Freude an der Zusammenarbeit war echt – von beiden Seiten.

Prangerredner und Akteure früherer Glanzsitzungen ließen in einer Festsitzung nochmals die Geschichte der “Villacher Faschingsgilde” Revue passieren.

1985
Anlässlich des Festes des 30-jährigen Bestehens wurde im ORF die Sendung “Kannst du dich erinnern?” ausgestrahlt.

1993
In diesem Jahre konnte mit dem ORF gemeinsam “30 Jahre Übertragung der Villacher Faschingssitzung” gefeiert werden. Somit gehört der “Villacher Fasching” zu den ältesten wiederkehrenden Programmpunkten im österreichischen Fernsehen.

1994
Ab dem Jahre 1994 wurden vom ORF neben den normalen Übertragungen der Kindersitzungen und des Programmes für Erwachsene ein Zusammenschnitt der Ausstrahlungen der letzten Jahrzehnte am Faschingssamstag gesendet.

1995
Anläßlich des 40. Jubiläums im Jahre 1995 wurde das Buch “LEI-LEI – 40 Jahre Villacher Fasching” herausgebracht.

Die Stadt Villach und das Land Kärnten verliehen der “Villacher Faschingsgilde” das Recht, das Stadtwappen bzw. das Landeswappen zu führen.

1996
Im Jahre 1996 erfolgte die Aufführung der Faschingssitzung – bedingt durch den Umbau des Congress Centers Villach – wieder im kleinen Rahmen in der Arbeiterkammer am Kaiser-Josef-Platz.

Am 11. November 1996 kam von der Firma Polygram ein Video, entstanden in Zusammenarbeit zwischen dem ORF Wien und der “Villacher Faschingsgilde”, mit dem Titel “Villacher Fasching – Höhepunkte von 1963 – 1996″ in den Handel.

1998
Teilnahme der “Villacher Faschingsgilde” an der traditionellen ORF-Vorschau für das gesamte Fernsehprogramm 1999.

1999
Nochmals wurde die Arbeiterkammer wegen der Umbauten im CCV zum Spielort.

Unsere Garde bekam die gelb-schwarze Gardekleidung.

2000
Seit diesem Jahr gibt es einen offiziellen Tonträger der Villacher Faschingsgilde namens LEI-LEI, produced by Dietmar Katzianka.

2001
Das Gildenhaus konnte im Oktober 2001 seiner Bestimmung übergeben werden. Den Aktiven der Gilde stehen auf 682 m2 Fläche in drei Geschoßen großzügige Räumlichkeiten für die Gestaltung des Faschings in Villach und für die Gemeinschaftspflege zur Verfügung.

Das Gütesiegel für besonders herausragende Leistungen von Betrieben wurde erstmals verliehen.

2003
Seit 40 Jahren wird der Villacher Fasching im österreichischen Fernsehen im Hauptabendprogramm in verschiedenen Fassungen übertragen, und zwar mit den höchsten Einschaltziffern des Jahres.

2004
Am 13. November 2004 wurde das Buch “LEI-LEI – 50 Jahre Villacher Fasching” vorgestellt.

Am 19. und 20. November 2004 fand eine Jubiläumssitzung anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Villacher Faschingsgilde mit Gästen, ehemaligen Akteuren und aktuellen Bühnenstars statt.

2005
Am 2. Februar 2005 gab es die erste Open Air Sitzung am Hauptplatz mit ca. 6000 Zusehern.

Am 27. April 2005 wurde Walter Rudka zum Gildenkanzler gewählt und der langjährige Kanzler Gernot Bartl zum Ehrenkanzler ernannt.

Es gab drei Ausstrahlungen über den Villacher Fasching im ORF (Jubiläumssitzung, die besten Ausschnitte der letzten Jahre und das Programm 2005).

2006
Die Jungfaschingsgilde feierte ihr 40. Bestandsfest.

2008
Ehrenkanzler Gernot Bartl kehrte als Spielleiter für die Faschingssaison 2009 in die Reihen der aktiven Mitglieder zurück.

Die Stadt Villach widmete der Villacher Faschingsgilde einen lebensgroßen bronzenen Harlekin, welcher an der Draubrücke “narrt” und durch seinen Aufstellungsort in der Nähe des Congress Center Villach an die “Heimat” der Villacher Faschingsgilde erinnern soll.